120.485 (19W) "Geschlechterreflektierte Pädagogik" - Diversität - Geschlecht - Handlungsstrategien

Wintersemester 2019/20

Anmeldefrist abgelaufen.

Erster Termin der LV
07.10.2019 12:00 - 17:00 , HS 9
Nächster Termin:
17.01.2020 12:00 - 17:00 , Z.1.09

Überblick

Lehrende/r
LV-Titel englisch
„Pedagogy and gender“ - Diversity – Gender – strategies of action
LV-Art
Seminar (prüfungsimmanente LV )
Semesterstunde/n
2.0
ECTS-Anrechungspunkte
4.0
Anmeldungen
10 (35 max.)
Organisationseinheit
Unterrichtssprache
Deutsch
LV-Beginn
07.10.2019
eLearning
zum Moodle-Kurs

LV-Beschreibung

Intendierte Lernergebnisse

Für viele Menschen sind Diskriminierunge naufgrund von unterschiedlichen, meist miteinander verschränkten Benachteiligungsfaktoren wie Geschlecht oder soziale wie auch geographische Herkunft eine gesellschaftliche Realität, die sie tagtäglich erleben. Intersektional gedachte, geschlechterrelfektierte Bildungs-, Erziehungs- und Sozialarbeit versucht daher nicht nur, von Diskriminierung betroffene Menschen dabei zu unterstützen, ihre diesbezüglich gemachten Erfahrungen zu verarbeiten, sondern auch präventive Ansätze zu entwickeln. So zielen inklusive, diversitätsbewusste und geschlechtersensible Konzepte einerseits darauf ab, Strategien zu entwickeln, die durch die Anerkennung gesellschaftlicher Heterogenität und Diversität das Recht auf Gleichbehandlung aller Menschen in die Praxis umsetzen. Andererseits sind derartige Bestrebungen darum bemüht, langfristig jene Strukturen, die Benachteiligung begünstigen, zu verändern. 

Durch die Beschäftigung mit verschiedenen (dekonstruktivistischen) Analysansätzen soll in der Lehrveranstaltung aufgezeigt werden, wie Kinder lernen, sich selbst als geschlechtliche Wesen zu begreifen, entsprechende (geschlechterspezifische) Verhaltensweisen entwickelt werden und welche Faktoren diesen Produktionsprozess beeinflussen. Durch Interaktionen zwischen Menschen wird Geschlecht folglich im Sinne eines „doinggender“ hergestellt bzw. ebenso andere Differenzmerkmale produziert und mitbestimmten Bedeutungen und Hierarchien versehen. Dieser Prozess bietet gerade für die Erziehungswissenschaft vielfältige Anknüpfungsmöglichkeiten um mit geschlechterreflektierenden Ansätzen beispielsweise dazu beizutragen, hegemoniale Paradigmen wie Zweigeschlechtlichkeit und Geschlechterhierarchien, -rollen und -stereotypen in Frage zu stellen. In diesem Sinne sind Vorstellungen und Bilder von Geschlecht auch in pädagogischen Praxeneingelagert und dementsprechend Vorurteile und Haltungen der Pädagog_innen zuhinterfragen um sie nicht weiter zu reproduzieren.

In der Lehrveranstaltung soll die Geschichteder Frauen- und Geschlechtergeschichte mit Schwerpunkt auf Entwicklungen in derErziehungswissenschaft nachgezeichnet und exemplarisch die für die DebatteThemen diskutiert werden. Der Schwerpunkt soll auf intersektionale Perspektivengelegt werden, die Benachteiligung aufgrund von Geschlecht mit anderen Diskriminierungsfaktoren gemeinsam denken. Ausgehend von theoretischen Überlegungen zum Zusammenspiel von Pädagogik, Geschlecht und Diversität (vorallem in den Institutionen Kindergarten und Schule) sollen diese mitpädagogischen Praxen in Beziehung gesetzt werden und Möglichkeiten und Hindernisse einer geschlechterreflektierten Pädagogik nachgezeichnet werden. Dabei werden geschlechtersensible Ansätze in der Rechtsextremismuspräventionsarbeit,der fehlende Blick auf Männlichkeiten und Bubenarbeit ebenso thematisiert wie das Potential von Sexualerziehung im frühen Kindesalter, die Kindern ein positives Körpergefühl,  Abbau von Schamgefühlen und die Entwicklung einer verantwortungsvollen, selbstbestimmten Sexualität und Geschlechteridentität vermitteln soll. Die Lehrveranstaltung sollaußerdem dazu befähigen, in der beruflichen Praxis geschlechterdifferenzierende Handlungsroutinen zu hinterfragen und auf geschlechterstereotypisierte und geschlechterhierarchische Situationen angemessen und professionell zu reagieren.

Lehrmethodik

Anwesenheit (mindestens 80% = maximal 3 mal Fehlen)

Mitarbeit (Diskussionsbeiträge, Abgabe der Aufgaben)

Bearbeitung von drei Texten entlang von Leitfragen

Lektüreeines theoretischen Texts und Präsentation des Texts vor dem Hintergrund der durch Theoriearbeit zum Spannungsfeld Pädagogik und Geschlecht angeeignetem Analysewissen 

Verfassen eines Abschlussessay ca. 7 Seiten

Inhalt/e

  • Geschichte der Frauen- und Geschlechterstudien
  • Geschichte, Theorie und Praxis der geschlechtersensiblen Bildungsarbeit bzw. Pädagogik
  •  Geschichte, Theorie, Konzepte und Praxis der Antidiskriminierung (Empowerment, Gleichstellung, Gender/Cultural/Diversity Mainstreaming, Parteilichkeit ...)
  • Ideologien der Ungleichheit und Achsen gesellschaftlicher Diskriminierung und Benachteiligung (Mehrfachdiskriminierung...)
  • kritischer Überblick über Konzepte und Begriffsarbeit zu Vielfalt/Diversität,Heterogenität, Gleichstellung, Intersektionalität, Multi- undInterkulturalität, Intervention, Prävention, ...)
  • Ebenen und Methoden der geschlechtersesibler Pädagogik 
  • Blinder Fleck I: Männlichkeiten und Pädagogik, Arbeit mit Buben und Männern
  • Blinder Fleck II: Positionierung der Pädagog_innen (Einbindung inDominanzkultur)
  • Praxisfelder: geschlechtersensible (Rechtsextremismus)Präventionsarbeit, geschlechtersensible Soziale Arbeit, frühkindliche Sexualerziehung
  • (Gender-)Kompetenzen, Handlungsstrategien, Interventions- und Präventionsmöglichkeiten
  • (Geschlechtersensible) Pädagogik (in Österreich): Ausblick und Perspektiven

Literatur

Diezu lesenden Texte und weitere Informationen werden im Rahmen einer Lernplattform (z.B. Moodle) zugänglich gemacht.

Prüfungsinformationen

Prüfungsmethode/n

Mitarbeit, Hausaufgaben, Referat, Schriftliche Abschlussarbeit

Prüfungsinhalt/e

Inhalte der Lehrveranstaltung. 

Beurteilungskriterien/-maßstäbe

Mitarbeit (Partizipation und Aufgaben während des Semesters), Hausaufgaben (25%)

Referat (25%)

Schriftliche  Abschlussarbeit (50%)

Ad Abschlussarbeit:

a) Review-Prozess:

Es besteht dieMöglichkeit bis zu einer bestimmten Deadline einen Entwurf der Abschlussarbeitabzugeben, der dann „korrigiert“ wird und nach Feedback durch die LV-Leiterinnoch einmal korrigiert werden kann. Der Entwurf wird selbstverständlich NICHTbenotet.

 b) Möglichkeit derNachbesprechung mit Feedback zu Gesamtperformance in LV

 c) Möglichkeit der Überarbeitung:

Sollte dieAbschlussarbeit negativ ausfallen besteht die Möglichkeit, diese in einer Fristvon vierzehn Tagen zu überarbeiten.

Beurteilungsschema

Note/Grade Benotungsschema

Position im Curriculum

  • Besonderer Studienbereich Besonderer Studienbereich Friedensstudien (SKZ: 900, Version: 05S)
    • Fach: Erweiterungsbereich (Freifach)
      • Weitere anrechnungsfähige LVs aus anderen Studienplänen ( 0.0h / 0.0 ECTS)
        • 120.485 "Geschlechterreflektierte Pädagogik" - Diversität - Geschlecht - Handlungsstrategien (2.0h SE / 4.0 ECTS)
  • Masterstudium Schulpädagogik (SKZ: 545, Version: 09W.3)
    • Fach: Gebundene Wahlfächer (Wahlfach)
      • Modul: Diversität in pädagogischen Feldern
        • Spezielle Theorien und Konzepte der pädagogischen Geschlechterforschung ( 2.0h XX / 4.0 ECTS)
          • 120.485 "Geschlechterreflektierte Pädagogik" - Diversität - Geschlecht - Handlungsstrategien (2.0h SE / 4.0 ECTS)
  • Masterstudium Erwachsenen- und Berufsbildung (SKZ: 847, Version: 09W.3)
    • Fach: Gebundene Wahlfächer (Wahlfach)
      • Modul: Diversität in pädagogischen Feldern
        • Spezielle Theorien und Konzepte der pädagogischen Geschlechterforschung ( 2.0h XX / 4.0 ECTS)
          • 120.485 "Geschlechterreflektierte Pädagogik" - Diversität - Geschlecht - Handlungsstrategien (2.0h SE / 4.0 ECTS)
            Absolvierung im 1., 2., 3. Semester empfohlen
  • Masterstudium Sozial- und Integrationspädagogik (SKZ: 846, Version: 09W.3)
    • Fach: Gebundene Wahlfächer (Wahlfach)
      • Modul: Diversität in pädagogischen Feldern
        • Spezielle Theorien und Konzepte der pädagogischen Geschlechterforschung ( 2.0h XX / 4.0 ECTS)
          • 120.485 "Geschlechterreflektierte Pädagogik" - Diversität - Geschlecht - Handlungsstrategien (2.0h SE / 4.0 ECTS)

Gleichwertige Lehrveranstaltungen im Sinne der Prüfungsantrittszählung

Wintersemester 2018/19
  • 120.485 SE "Geschlechterreflektierte Pädagogik" - Diversität - Geschlecht - Handlungsstrategien (2.0h / 4.0ECTS)
Wintersemester 2017/18
  • 120.485 SE "Geschlechterreflektierte Pädagogik" - Diversität - Geschlecht - Handlungsstrategien (2.0h / 4.0ECTS)
Wintersemester 2016/17
  • 120.585 SE „Geschlechterreflektierte Pädagogik“ - Diversität – Geschlecht – Handlungsstrategien (2.0h / 4.0ECTS)
Sommersemester 2016
  • 120.485 SE "Geschlechterreflektierte Pädagogik“ - Diversität - Geschlecht - Handlungsstrategien (2.0h / 4.0ECTS)