120.542 (19W) Berufsfeldorientierung: Professionalisierung und Berufseinstieg

Wintersemester 2019/20

Anmeldefrist abgelaufen.

Erster Termin der LV
22.11.2019 12:00 - 18:00 , O.0.01
... keine weiteren Termine bekannt

Überblick

Lehrende/r
LV-Titel englisch
Berufsfeldorientierung: Professionalisierung und Berufseinstieg
LV-Art
Seminar (prüfungsimmanente LV )
Semesterstunde/n
2.0
ECTS-Anrechungspunkte
4.0
Anmeldungen
7 (35 max.)
Organisationseinheit
Unterrichtssprache
Deutsch
LV-Beginn
22.11.2019
eLearning
zum Moodle-Kurs

LV-Beschreibung

Intendierte Lernergebnisse

  • Die Studierenden entwickeln einen idealtypischen Überblick über Träger, Organisationen und Institutionen von Sozialer Arbeit, benennen die jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen, Methoden, Organisationskulturen derselben und leiten daraus jeweils Handlungsansätze ab.
  • Die Studierenden entwickeln Fachwissen aus dem Praxiskontext und verschränken dieses mit persönlichen Wahrnehmungen, Fragen und Erfahrungen. Sie prüfen die vorliegenden praktischen Erfordernisse in den Berufsfeldern und verbinden diese Selbstkompetenz mit den Kognitionen aus den bisherigen Lehrveranstaltungen.
  • Die Bedeutung von organisationskulturellen sowie –strukturellen Verhältnissen wird von den Studierenden benannt und von ihnen als Grundbedingung für professionelles Wahrnehmen und Entscheiden klassifiziert.
  • Rekonstruktive Verfahren der Praxisgestaltung sowie -reflexion werden von Studierenden angewendet.

Inhalt/e

Das aktuelle Verständnis von Berufsfeldern und Professionalisierungsbestrebungen der Sozialen Arbeit steht im Fokus.  Dazu entwickeln Studierende persönlich-biographische Orientierungen und (selbst)reflexives Wissen (bspw. auch anhand der eigenen Motive zur Studiumswahl).  Beide Wissensformen sind in der Kooperation mit Organisationen, Trägern bzw. Institutionen der Sozialen Arbeit richtungsweisend, um sich in den berufsfeldtypischen organisationalen Kulturen und Praxen bewegen zu können bzw. um diese sinnerfassend zu verstehen. Nicht nur die Kenntnis gesetzlicher und organisatorischer Rahmenbedingungen ist dabei von Bedeutung sondern auch systematisches Wissen zu historischen Zusammenhängen, zu gewachsenen Selbstverständnissen bzw. zu Sinngebungsprozessen (bspw auch typische Fälle Sozialer Arbeit) ist relevant. Dieses wird im Vorlesungsteil vermittelt und im Exkursionsteil (in Kleingruppen) erkundet.

Literatur

Abbott, Andrew Delano (2001): Chaos of disciplines. Profession, Habitus und Wandel. Chicago, Ill. [u.a.] : Univ. of Chicago Press

Becker-Lenz, Roland; Müller, Silke (2009): The Development of Professional Competencies in the Social Work Degree Course: Findings from a study. 175-184.  doi.org/10.1080/02650530902923742

Bütow, Birgit (2008): Soziale Arbeit nach dem sozialpädagogischen Jahrhundert : Positionsbestimmungen sozialer Arbeit im Post-Wohlfahrtsstaat. Opladen : Budrich

Chassé, Karl August; vonWeniersky, Hans-Jürgen (1999): Praxisfelder der Sozialen Arbeit. Eine Einführung. Weinheim/München : Juventa

Egloff, Birte (2002): Praktikum und Studium. Opladen : Leske & Budrich

Kühne, Hans (2015): Supervision und Soziale Arbeit: Geschichte - Praxis - Qualität. Berlin: Frank & Timme GmbH Verlag für wissenschaftliche Literatur Transcript Verlag

Negi, Naline, Furman, Richard (2010): Transnational social work practice. New York : Columbia University Press

Pfadenhauer, Michaela (2009): Professioneller Stil und Kompetenz. Frankfurt am Main/Wien: Lang

Richter, Johannes (2017): Geschichtspolitik und Soziale Arbeit : Transdisziplinäre Perspektiven; Wiesbaden : Springer Fachmedien Wiesbaden: Springer VS

Simon, Maria (2010): Probleme der Professionalisierung der Sozialarbeit in Österreich. In: Brandstetter, Manuela/Vyslouzil, Monika (Hrsg.): Soziale Arbeit im Wissenschaftssystem. Von der Fürsorgeschule zum Lehrstuhl. Wiesbaden: VS Verlag, S. 206-220.

Sicora, Alessandro (2017) Reflective Practice, Risk and Mistakes in Social Work, Journal of Social Work Practice, 31:4, 491-502, DOI:10.1080/02650533.2017.13944823.

Sting, Stephan (2011): Disziplin, meine Damen und Herren! In: Anastasiadis, Maria; Heimgartner, Arno; Kittel-Satran, Helga; Wrentschur, Michael (Hg.): Sozialpädagogisches Wirken. In: Wien: LIT. 36 - 55

Völter, Bettina; Reichmann, Ute (2016): Rekonstruktiv denken und handeln: Rekonstruktive Soziale Arbeit als professionelle Praxis. Verlag Barbara Budrich

Vorheyer, Claudia; Nagel, Ulrike; Becker-Lenz, Roland; Busse, Stefan; Ehlert, Gudrun; Müller, Silke (2001): Professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit: Materialanalysen und kritische Kommentare. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften

Prüfungsinformationen

Prüfungsmethode/n

Arbeitsauftrag an die Studierenden 

Nach dem erfolgten Überblick über die Berufsfelder der Sozialen Arbeit (Vorlesungsteil mit Beschreibungen, Fällen und Organisationsvorstellungen) bilden die Studierenden eine Kleingruppe mit jeweils 4 Personen. Entlang der Frage „Welches Berufsfeld und welche dazu gehörige Organisation interessiert Sie in der Kleingruppe?“ setzen sich die Studierenden mit einer selbstgewählten (typischen) Organisation eines spezifischen Berufsfeldes in Verbindung und machen es sich zum Vorhaben, im Umfang von längstens 2 Stunden dem Berufsfeld (in dieser Organisation) forschend-erkundend zu begegnen. Entweder führen die Studierenden ein Interview unmittelbar in einer Organisation des Feldes durch und protokollieren die damit in Zusammenhang stehenden Erfahrungen. Möglich ist auch eine teilnehmende Beobachtung bzw. Begehung dort. Im Anschluss an die selbständig organisierte Exkursion/das durchgeführte Interview (in Auszügen transkribiert) entwickeln die Studierenden eine max. 30minütige Präsentation der gemachten Erfahrungen und der entwickelten Deutungen zur Logik bzw. Eigenart des jeweils gewählten Feldes/der Organisation.

Prüfungsinhalt/e

Auswahl möglicher Fragen im Interview/in der Exkursion: 

  • Wie charakterisieren Sie Ihr Berufsfeld gestern/heute/morgen – welche waren die wesentlichsten Veränderungen in den letzten 10 Jahren?
  • Welche Organisationen sind Ihnen noch bekannt, die prototypisch für das gesamte Berufsfeld stehen?
  • Inwieweit hat sich die Situation der AdressatInnen (im jeweiligen Berufsfeld) in den letzten 10 Jahren gewandelt? Welches zugeschriebene „Soziale Problem“ steht hinter diesem Berufsfeld?
  • Welche großen Veränderungen stehen I. A. n. bevor bzw.  mit welchen rechnet man/frau?
  • Welche sind die zentralen gesetzlichen Rahmungen, die man/frau in diesem Berufsfeld/in dieser Organisation im Blick behalten muss?
  • Und: Welche sinnstiftenden Momente wohnen dem Berufsfeld inne? Inwieweit existieren Mystifizierungen, Ideologien oder Mythen (über große HeldInnen) im jeweiligen Berufsfeld? Welche berühmten Namen brachte dieses hervor?

Inhalte der Lehrveranstaltung

Beurteilungskriterien/-maßstäbe

  • Die Studierenden können in einem für sie noch (weitgehend) unbekanntem Feld (selbständig) Kontakte herstellen und verlässliche Terminvereinbarungen vornehmen. ~ 25 %
  • Sie können sich innerhalb ihrer Arbeitsgruppe arbeitsteilig koordinieren und entwickeln eine nachvollziehbare Arbeitsteilung. ~ 25 %
  • Sie stellen mit einer Organisation bzw. RepräsentantInnen derselben (aus einem Berufsfeld) Kommunikation auf Augenhöhe her und nehmen die Rolle der kooperativ Lernenden ein. ~ 25 %
  • Sie entwickeln eine visuell ansprechende und deskriptive Präsentation (anhand obiger Fragen und darüber hinaus 15 Folien und min 8 Seiten Transkription bzw. Protokoll). ~ 25 %
  • Sie erwirtschafteten (theoretisch fundiertes bzw. empirisch geprüftes) Deutungswissen zu organisationalen Abläufen in den Berufsfeldern. ~ 25 % (Single Choice-Test zu 18 Seiten Fachtext)

Beurteilungsschema

Note/Grade Benotungsschema

Position im Curriculum

  • Masterstudium Sozial- und Integrationspädagogik (SKZ: 846, Version: 09W.3)
    • Fach: Pflichtfächer (Pflichtfach)
      • Modul: Handlungsfelder und Handlungskompetenzen der Sozial- und Integrationspädagogik
        • Handlungsfelder der Sozial- und Integrationspädagogik ( 2.0h VS, SE, VO / 4.0 ECTS)
          • 120.542 Berufsfeldorientierung: Professionalisierung und Berufseinstieg (2.0h SE / 4.0 ECTS)

Gleichwertige Lehrveranstaltungen im Sinne der Prüfungsantrittszählung

Diese Lehrveranstaltung ist keiner Kette zugeordnet