210.434 (19W) Austin, Derrida, Cavell: Linguistische Phänomenologie und Dekonstruktion

Wintersemester 2019/20

Anmeldefrist abgelaufen.

Erster Termin der LV
02.10.2019 16:00 - 18:00 , V.1.34
Nächster Termin:
08.01.2020 17:00 - 20:00 , Z.1.09

Überblick

Lehrende/r
LV-Titel englisch
Austin, Derrida, Cavell: Linguistic Phenomenology and Deconstruction
LV-Art
Proseminar (prüfungsimmanente LV )
Semesterstunde/n
2.0
ECTS-Anrechungspunkte
4.0
Anmeldungen
7 (30 max.)
Organisationseinheit
Unterrichtssprache
Deutsch
mögliche Sprache/n der Leistungserbringung
Deutsch , Englisch
LV-Beginn
02.10.2019
eLearning
zum Moodle-Kurs
Seniorstudium Liberale
Ja

LV-Beschreibung

Intendierte Lernergebnisse

Kenntnis der Grundbegriffe von J. L. Austins Sprechakttheorie: "performativ", "konstativ", "Illokution", "Lokution", "Perlokution".

Nachvollziehen des (häufig missverstandenen) Gedankengangs von Austins How to Do Things with Words.

Beantwortung der Frage: Was ist "linguistische Phänomenologie" (Austin) im Unterschied zur transzendentalen Phänomenologie (Husserl)?

Beantwortung der Frage: Worin besteht Derridas dekonstruktive Interpretation bzw. Kritik von/an Austin?

Wie sind die Grundbegriffe bzw. grundlegenden Denkfiguren dieser Kritik zu verstehen: "Iterabilität", "Parasitismus", "Zitierbarkeit", "différance"?

Beantwortung der Frage: Worin besteht Cavells Kritik an Derrida bzw. an Austin?

Schließlich: Worin besteht die Affinität zwischen Derrida und Austin, die Ersterer insbesondere in späteren Stellungnahmen bezeugt?

Lehrmethodik

-- Lösen von Lektüreverständnistests (Anwander-Tests)

-- Schreiben von Thesenpapieren

-- Aktive Mitarbeit und Diskussion

Inhalt/e

Die polemische Debatte zwischen John Searle und Jacques Derrida, die sich an Derridas Austin-Lektüre (1972) entzündete und bis in die 1990er Jahre dauerte, wird häufig als Kampf der intellektuellen Kulturen gesehen. Die Sekundärliteratur zu dieser Konfrontation vermehrt sich immer noch erstaunlich zügig (zuletzt durch Philip Freytag: Die Rahmung des Hintergrunds: Die Debatten Derrida -- Searle und Derrida Habermas, Klostermann, 2019), obwohl sie selbst nicht besonders fruchtbar geführt wurde. Aus diesem Grund schreibt Stanley Cavell bei seinem Beitrag zur Debatte 1994: "I am going to pretend that the controvery between Derrida and Searle did not happen … and speak to Derrida's words on Austin as if for the first time." (A Pitch of Philosophy, 62) "Ich werde so tun, wie wenn die Kontroverse zwischen Derrida und Searle nicht stattgefunden hätte … und [werde] auf Derridas Worte über Austin wie zum ersten Mal reagieren." Das ist auch der Ansatz dieser Lehrveranstaltung: Sie entwickelt den Streit nicht ausgehend von der Konfrontation zwischen Derrida und Searle; stellt sie auch nicht in den Rahmen der üblichen Gegenüberstellung von analytischer und kontinentaler Philosophie. Stattdessen geht sie zurück auf Austin und seine Konzeption einer "linguistischen Phänomenologie" (auch als Ordinary Language Philosophy bezeichnet). Zur Methodologie einer solchen Phänomenologie hat insbesondere Cavell (mit einem wesentlichen Rückgriff auf Wittgenstein) beigetragen.

Literatur

Zur Einführung empfohlen (auf Moodle hinterlegt):

Dreisholtkamp, Uwe: Jacques Derrida. C.H. Beck, München, 1999.

Schulte, Joachim: "[Nachwort des Übersetzers:] Sprechakte, performative Äußerungen und linguistische Phänomenologie." In: John L. Austin: Wort und Bedeutung. Philosophische Aufsätze. List Verlag, München, 1975, 343-360, 392-395.

Prüfungsinformationen

Prüfungsmethode/n

Die Benotung der Lehrveranstaltung erfolgt anhand einer Proseminar-Arbeit im Umfang von 10-12 Textseiten.

Prüfungsinhalt/e

Die Proseminar-Arbeit behandelt ein Thema, das in der Lehrveranstaltung behandelt wurde (s. o.), oder mit den behandelten Themen in einem engen Zusammenhang steht.

Beurteilungskriterien/-maßstäbe

Die Proseminar-Arbeit soll nicht nur deskriptiv die Inhalte der Lehrveranstaltung wiedergeben, sondern hat eine Problemstellung und eine Lösung, die argumentativ gestützt wird. Sie schlägt also eine Interpretation vor, argumentiert für oder gegen eine bestimmte Auffassung, rekonstruiert ein Argument usw. und nimmt dabei Bezug auf die Sekundärliteratur.  Sie stellt eine eigene gedankliche Leistung dar und kennzeichnet in deutlicher Weise, was sie von anderen Autoren und Quellen übernimmt. Eine Arbeit wird mit "sehr gut" bewertet, wenn sie ihr Ziel deutlich angibt und in kohärenter und schlüssiger Weise zeigt, wie man dahin kommt.

Beurteilungsschema

Note/Grade Benotungsschema

Position im Curriculum

  • Bachelorstudium Philosophie (SKZ: 541, Version: 16W.1)
    • Fach: Theoretische Philosophie (Wahlfach)
      • Theoretische Philosophie ( 0.0h VO, PS, SE / 36.0 ECTS)
        • 210.434 Austin, Derrida, Cavell: Linguistische Phänomenologie und Dekonstruktion (2.0h PS / 4.0 ECTS)
          Absolvierung im 1., 2., 3., 4., 5., 6. Semester empfohlen
  • Bachelorstudium Philosophie (SKZ: 541, Version: 10W.2)
    • Fach: Theoretische Philosophie (Wahlfach)
      • Theoretische Philosophie ( 0.0h XX / 36.0 ECTS)
        • 210.434 Austin, Derrida, Cavell: Linguistische Phänomenologie und Dekonstruktion (2.0h PS / 4.0 ECTS)
  • Masterstudium Philosophie (SKZ: 941, Version: 10W.1)
    • Fach: Theoretische Philosophie und ihre Geschichte (Wahlfach)
      • Theoretische Philosophie und ihre Geschichte ( 0.0h XX / 24.0 ECTS)
        • 210.434 Austin, Derrida, Cavell: Linguistische Phänomenologie und Dekonstruktion (2.0h PS / 4.0 ECTS)
  • Erweiterungscurriculum Philosophie (Version: 16W.1)
    • Fach: Philosophie (Pflichtfach)
      • LV aus dem Fach Theoretische Philosophie ( 0.0h VO,UE,PS / 4.0 ECTS)
        • 210.434 Austin, Derrida, Cavell: Linguistische Phänomenologie und Dekonstruktion (2.0h PS / 4.0 ECTS)

Gleichwertige Lehrveranstaltungen im Sinne der Prüfungsantrittszählung

Diese Lehrveranstaltung ist keiner Kette zugeordnet