560.032 (19S) Konflikttransformation: Von den vielen Frieden zum Elizitiven Konflikt-Mapping

Sommersemester 2019

Anmeldefrist abgelaufen.

Erster Termin der LV
13.05.2019 09:00 - 12:00 Z.1.08 On Campus
... keine weiteren Termine bekannt

Überblick

Lehrende/r
LV-Titel englisch
Conflict-Transformation: From the Many Peaces to Elicitive Conflict Mapping
LV-Art
Seminar (prüfungsimmanente LV )
Semesterstunde/n
2.0
ECTS-Anrechnungspunkte
4.0
Anmeldungen
20 (35 max.)
Organisationseinheit
Unterrichtssprache
Deutsch
LV-Beginn
13.05.2019
eLearning
zum Moodle-Kurs
Seniorstudium Liberale
Ja

Zeit und Ort

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LV-Beschreibung

Intendierte Lernergebnisse

  • Die TeilnehmerInnen lernen die Elizitive-Konfliktanalyse Methode, können diese anwenden und auch Ihre Analyse schriftlich für Andere verfassen
  • Die TeilnehmerInnen lernen über Ihre eigene Konfliktive Persönlichkeit zu reflektieren, besonders über Ihre eigene Friedensvorstellungen und können diese in einer Selbst-Reflexiven Aufsatz schriftlich verfassen
  • Den TeilnehmerInnen wird das ABC für Konflikt-ArbeiterInnen und FacilitatorInnen bewusst:
    • Awareness of self, of context and of others
    • Balance between compassion and self-care
    • Congruent Communication
  • Die TeilnehmerInnen werden Basic-Übungen für das ABC der Konflikt-ArbeiterInnen im sicheren Rahmen während des Seminars lernen

Lehrmethodik inkl. Einsatz von eLearning-Tools

Übergeordnetes Ziel des Seminares ist ein breiteres Verständnis und erweiterte Handlungsmöglichkeiten in konkreten Auseinandersetzungen zu generieren, so wie ferner die Verfeinerung der eigenen analytischen Kompetenzen, authentischen und kongruenten Kommunikationsstilen und persönlichen Eigenschaften als Konflikt-FacilitatorInnen.

  • Vortrag
  • Diskussionen
  • Mindmaps und Visualisierung von Konflikten
  • Gruppenarbeit

Inhalt/e

Dieses Seminar beschäftigt sich mit der Systematisierung unterschiedlicher Konzepte von Frieden. Wir untersuchen jene Narrative die unterschiedliche Friedensvorstellungen kennzeichnen und beschäftigen uns mit der Differenzierung zwischen elizitiven und präskriptiven Methoden der Konflikttransformation.

 Ausgehend von den persönlichen Friedenskonzepten der TeilnehmerInnen lernen wir unterschiedliche Formen kennen sich den Frieden vorzustellen, diesen zu leben und denken und machen uns experimentell mit neuen Friedensbildern vertraut.  Auf der Basis eines pluralistischen Ansatzes werden in Übungen elizitive Methoden der Konflikttransformation erprobt. Während präskriptive Methoden auf vorgefertigte und erfolgreiche ‚Rezepte’ zurückgreifen, suchen KonfliktarbeiterInnen (ForscherInnen, KünstlerInnen und soziale AkteurInnen) in einem elizitiven Sinne jene Rahmen zu schaffen in welchem sich die Konfliktparteien selbst neue Handlungsspielräume erarbeiten können um balanciertere und funktionalere Beziehungen zu schaffen und materielle Übereinkünfte zu erzielen.

Um dieses theoretische Repertoire zu operationalisieren, lernen wir das Elicitive Conflict Mapping (ECM) kennen, eine Methode der Konfliktanalyse die am UNESCO Chair for Peace Studies in Innsbruck entwickelt wurde. ECM sucht Antworten auf folgende Fragen:

  • Wer sind die Beteiligten in einem Konflikt und wer sind die Betroffenen?
  • Welche Rolle spielen Ideen und Gefühle im Konfliktgeschehen?
  • Was brauchen die Beteiligten in Familie, Gemeinschaft oder Gesellschaft?
  • Welchen Vorstellungen von Frieden wollen Sie gerecht werden?

Als differenzierte und umfassende Methode eignet sich elizitives Konflikt-Mapping für Einsichten in persönliche und berufliche Konfliktsituationen gleichermaßen wie für ein besseres Verständnis von gesellschaftlichen und zwischenstaatlichen Friedens- und Versöhnungsprozessen.

Erwartete Vorkenntnisse

  • Bereitschaft für Team-Arbeit
  • Offenheit, um über persönlich-relevante Konflikte mit KollegInnen zu sprechen
  • Begeisterung, um die Beziehungs-Ebenen der vielen Frieden und Konflikte zu erforschen
  • Lesen und Verstehen von wissenschaftlicher Literatur auf Englisch

Literatur

Dietrich, Wolfgang. 2006. “Plädoyer für die vielen Frieden.” In Dietrich, Wolfgang, Josefina Echavarría Alvarez & Norbert Koppensteiner (eds): Schüsseltexte der Friedensforschung / Key Texts of Peace Studies / Textos claves de la Investigación para la Paz. Wien/ Münster: Lit. (Pdf im Anhang)

Dietrich, Wolfgang. 2014. “A Brief Introduction into Transrational Peace Research and Elicitive Conflict Transformation”, Journal of Conflictology, 5 (2), 48-57. (Pdf im Anhang)

Dietrich, Wolfgang (2011): Variationen über die vielen Frieden, Band 2: Elicitive Konflikttransformation und die transrationale Wende in der Friedenspolitik, Schriften des UNESCO Chair for Peace Studies der Universität Innsbruck, Wiesbaden, VS-Verlag. (Im Anhang)

  • Kapitel F: Zur transrationalen Wende in der internationalen Friedensarbeit (S. 279 – 346)

Echavarría, Josefina. 2014: “Elicitive Conflict Mapping: A Practical Tool for Peacework", Journal of Conflictology, 5 (2), 58-71. (Pdf im Anhang)

Prüfungsinformationen

Prüfungsmethode/n

  • Selbstreflexiver Aufsatz: 20%
  • Abschlussarbeit: 40%
  • Partizipation: 40%

Prüfungsinhalt/e

Aufgabenstellung für den selbstreflexiven Aufsatz (20%)

Was ist Frieden für sie in Ihrer persönlichen Perspektive?

Erste Aufgabe des akademischen Arbeitens ist die Reflexion über die eigene Perspektive als AutorIn. Die simple Frage „Wer ist die ForscherIn?“ definiert den Rahmen der Forschung und die Beziehung zum untersuchten sozialen Kontext gleichermaßen wie die potenziellen Auswirkungen der Arbeit. Da jede Perspektive notwendigerweise bestimmte Aspekte hervorhebt während andere dadurch in den Hintergrund treten ist eine klare Darlegung zu Beginn fundamental. Konkret ausgedrückt: ja, Ihre Meinung und Ihre Erfahrungen sind wichtig, gleichermaßen wie Ihre Erwartungen und Ihre je persönliche Biographie. Nutzen Sie diese Gelegenheit um obige Frage so persönlich wie möglich beantworten. Lassen Sie Ihre LeserInnen wissen wer Sie sind und was Ihre persönliche Perspektive auf den Frieden ist? In diesem Sinne, bitte benutzen Sie die erste Person Singular (‚ich’) um Ihre Antwort auf diese Frage zu formulieren. Um sich dem Thema anzunähern und Ihre eigene Perspektive als Autorin zu erörtern können Sie sich von Fragen wie den folgenden inspirieren lassen:

In welcher Beziehung steht Frieden zu  ­– oder ist Frieden basiert in – den physischen, emotionalen, intellektuellen und spirituellen Aspekten meines Daseins?

Wie verstehe ich Frieden aus meiner eigenen Perspektive unter Einbeziehung meines Wissens, meiner Interessen, Fähigkeiten, Erfahrungen und Projekte?

Wie verstehe ich Frieden aus meiner Biographie und meinen Erfahrungen in Familie, Gemeinschaft, Gesellschaft, Sprache und Kultur?

Bitte schicken Sie diesen Aufsatz im Umfang von 1200-1500 Worten (ca. 3-5 Seiten) mit Schriftgröße 12 und Zeilenabstand 1.5 als .pdf in einer Datei mit dem Titel Ihres Nachnamens (zB. Echavarria.pdf) via e-mail an josefina.echavarria@aau.at. Deadline für die Einreichung ist 2 Wochen vor Unterrichtsbeginn. Bitte bringen Sie eine gedruckte Version des Aufsatzes am ersten Tag des Kurses mit in den Unterricht.

Aufgabenstellung für die Seminararbeit (40%)

Nach der EKM-Analyse Ihres Konfliktes während des Seminars, bitte verschriftlichen Sie die Haupt-Einsichten in einer Arbeit mit folgenden Inhalten:

  • Einführung: Ihr persönliches Interesse im ausgewählten Konflikt; warum haben Sie diesen Konflikt ausgewählt? Wer sind Sie in der Konfliktdynamik?
  • Konfliktepisode: Wer, was, warum, wie, wann und wo des Konflikt-Bildes
  • Themen/Friedensvorstellungen: Welche sind die Friedensfamilien/Kardinalthemen die in diesem Konflikt erscheinen?
  • Ebenen: wer sind die Konfliktparteien und Konfliktbetroffenen und in welcher Ebenen der Pyramide befinden sie sich?
  • Schichtungen: Welche Blockierungen und Konflikte finden Sie in jeder Schichtung des Konfliktepizentrums?
  • Fazit: in Bezug auf die EKM-Analyse und Ihre eigene Selbst-Reflexion im Konflikt
  • Literaturverzeichnis
  • Annex: Mindmaps (wenn Sie im Paper diskutiert sind)

In einer schriftlichen Arbeit im Umfang von 4000-4500 Worten (ca. 8-10 Seiten) mit Schriftgröße 12 und Zeilenabstand 1.5 als pdf.

Partizipation während des Seminars (40%):

 Da wir nach einer integralen Ausbildung und Training von Elizitiven Konflikt- und FriedensarbeiterInnen anstreben, ist die Teilnahme während des Seminars auch sehr wichtig. Das beinhaltet die Partizipation in den unterschiedlichen individuellen und Team-Übungen, besonders in Kommunikationsübungen zu Methoden der kongruenten Kommunikation wie Aktives Zuhören und Gewaltfreie Kommunikation.

Beurteilungskriterien/-maßstäbe

  • Teilnahme in allen individuellen und Team-Übungen während des Seminars
  • Formalen wissenschaftlichen Kriterien in den schriftlichen Arbeiten, z.B. Qualität der wissenschaftlicher Argumentation, Kongruenz, klare Struktur und Transparenz in der Verwendung von Quellen, so wohl wie die üblichen formellen Kriterien wie Präsentation und Zitierungen.
  • Inhaltlich, werden in beiden schriftlichen Arbeiten die Selbstpositionierung und AutorInperspektive evaluiert 
  •  In der schriftlichen Arbeit über die EKM-Analyse werden das Verständnis, die Klarheit und korrekte Interpretation und Anwendung der Methode am jeweiligen Konflikt evaluiert

Beurteilungsschema

Note Benotungsschema

Position im Curriculum

  • Bachelorstudium Angewandte Kulturwissenschaft (SKZ: 642, Version: 09W.3)
    • Fach: Gebundene Wahlfächer (Wahlfach)
      • Modul: Wahlfachmodul Friedensforschung
        • Wahlfachmodul Friedensforschung ( 6.0h XX / 12.0 ECTS)
          • 560.032 Konflikttransformation: Von den vielen Frieden zum Elizitiven Konflikt-Mapping (2.0h SE / 4.0 ECTS)
  • Besonderer Studienbereich Besonderer Studienbereich Friedensstudien (SKZ: 900, Version: 05S)
    • Fach: Kernbereich I - Friedensforschung (Pflichtfach)
      • Grundlagen der Friedensforschung ( 2.0h / 4.0 ECTS)
        • 560.032 Konflikttransformation: Von den vielen Frieden zum Elizitiven Konflikt-Mapping (2.0h SE / 4.0 ECTS)
  • Bachelorstudium Erziehungs- und Bildungswissenschaft (SKZ: 645, Version: 17W.3)
    • Fach: Friedenspädagogik (Wahlfach)
      • Friedens- und Konfliktforschung, Friedenspädagogik und politische Bildung ( 0.0h VO/PS/KS/SE/VP/VC/VS / 12.0 ECTS)
        • 560.032 Konflikttransformation: Von den vielen Frieden zum Elizitiven Konflikt-Mapping (2.0h SE / 4.0 ECTS)
          Absolvierung im 1., 2., 3., 4., 5., 6. Semester empfohlen
  • Bachelorstudium Erziehungs- und Bildungswissenschaft (SKZ: 645, Version: 13W.2)
    • Fach: Friedenspädagogik (Wahlfach)
      • Friedens- und Konfliktforschung, Friedenspädagogik und politische Bildung ( 0.0h VO/PS/KU/SE/VP/VK/VS / 12.0 ECTS)
        • 560.032 Konflikttransformation: Von den vielen Frieden zum Elizitiven Konflikt-Mapping (2.0h SE / 4.0 ECTS)
  • Bachelorstudium Psychologie (SKZ: 640, Version: 11W.4)
    • Fach: Freie Wahlfächer (Freifach)
      • FW 17.1 Freie Wahlfächer ( 0.0h XX / 16.0 ECTS)
        • 560.032 Konflikttransformation: Von den vielen Frieden zum Elizitiven Konflikt-Mapping (2.0h SE / 4.0 ECTS)
          Absolvierung im 1., 2., 3., 4., 5., 6. Semester empfohlen
  • Masterstudium Psychologie (SKZ: 840, Version: 12W.4)
    • Fach: Freie Wahlfächer (Freifach)
      • Freie Wahlfächer ( 0.0h XX / 8.0 ECTS)
        • 560.032 Konflikttransformation: Von den vielen Frieden zum Elizitiven Konflikt-Mapping (2.0h SE / 4.0 ECTS)
  • Erweiterungscurriculum Transdisziplinäre Friedensstudien (Version: 16W.1)
    • Fach: Transdisziplinäre Friedensstudien (Pflichtfach)
      • Vertiefung I Friedens- und Konfliktforschung ( 0.0h PS,SE,KS / 4.0 ECTS)
        • 560.032 Konflikttransformation: Von den vielen Frieden zum Elizitiven Konflikt-Mapping (2.0h SE / 4.0 ECTS)

Gleichwertige Lehrveranstaltungen im Sinne der Prüfungsantrittszählung

Diese Lehrveranstaltung ist keiner Kette zugeordnet