210.015 (17S) Gerechtigkeit

Sommersemester 2017

Anmeldefrist abgelaufen.

Erster Termin der LV
07.03.2017 15:30 - 17:30 , V.1.04
... keine weiteren Termine bekannt

Überblick

Lehrende/r
LV-Titel englisch
LV-Art
Proseminar (prüfungsimmanente LV )
Semesterstunde/n
2.0
ECTS-Anrechungspunkte
4.0
Anmeldungen
18 (30 max.)
Organisationseinheit
Unterrichtssprache
es wurde keine Unterrichtssprache angegeben
LV-Beginn
01.03.2017
eLearning
zum Moodle-Kurs
Seniorstudium Liberale
Ja

LV-Beschreibung

Intendierte Lernergebnisse

Erarbeitung eines differenzierten und kritisch-reflexiven, mithin philosophischen Zugang zum Themenkreis Gerechtigkeit, Recht und Gerechtigkeit sowie Ethik/Moral aus philosophischer Perspektive und in ideengeschichtlicher Dimension; Einführung in eine Reihe zentraler Themen Politischer Philosophie und Ideologiekritik; methodisch-systematische Erschließung der relevanten Fragestellungen anhand konkreter Texte mittels philologisch-kritischer, begriffskritischer und begriffsgeschichtlicher Verfahren. 

Lehrmethodik

Vortrag, Referate, Textanalyse, Filmausschnitte, Diskussion 

Inhalt/e

Jede/r kennt das Gefühl, etwas sei ungerecht oder er/sie sei ungerecht behandelt worden. Für PhilosophInnen stellt sich die Frage, warum etwas als gerecht oder ungerecht empfunden wird. Ist die eigene Intuition nachvollziehbar, argumentierbar, oder hat sich im ersten Impuls bloß ein Ressentiment gespiegelt? Schwierig wird die Sache umso mehr, als ein universeller, gar abschließender Begriff von Gerechtigkeit nicht zu finden sein wird. Und dennoch: Verzichtbar ist die Idee der Gerechtigkeit deshalb noch lange nicht, gerade auch dort, wo es um Rechtsfragen und ihre Interpretation geht. Lassen sich ein gerechtes Recht, gerechte Politik, gerechte sozioökonomische Verhältnisse, schlicht: eine gerechte Gesellschaft denken, obwohl es d i e Gerechtigkeit gar nicht zu geben scheint?

 Die Lehrveranstaltung wird sich dem Problem zunächst auf begrifflicher Ebene nähern und scheinbar grundlegend unterschiedlichen Gerechtigkeitskonzepten nachspüren (gleiche Gerechtigkeit versus Jeder das Ihre/Jedem das Seine), dabei zugleich der Frage nachgehen, ob Unterschiede und Gemeinsamkeiten nicht im Detail oft verschwimmen oder zumindest schwieriger zu bestimmen sind als dies auf den ersten Blick oft der Fall zu sein scheint. In weiterer Folge werden wir uns auf die Suche nach konstitutiven Begriffselementen machen, wobei insbesondere Gleichheit und Autonomie als geeignete Kandidatinnen erscheinen – ebenfalls Begriffe mit einer relativ großen Bandbreite an Bedeutungsgehalten. Welche dies im Rahmen zeitgenössischer Gerechtigkeitstheorien sein können, wird exemplarisch anhand ausgewählter Positionen erarbeitet, konkret im Blick auf John Rawls, Michael Sandel, Ronald Dworkin, Martha C. Nussbaum, Peter Singer sowie Jacques Derrida und Jean-François Lyotard. Auf diese Weise werden sowohl alltagssprachlich als auch ideengeschichtlich wirkungsmächtige gerechtigkeitsrelevante Konzepte beleuchtet: Fairness, Gemeinwohl, Würde, capabilities, happiness. Zugleich wird bei alledem aber auch die Schwierigkeit sichtbar, überhaupt mit materiellen Gerechtigkeitsbegriffen zu arbeiten, und es könnte möglicherweise sinnvoller sein, Gerechtigkeit als etwas zu betrachten, an das man sich schon begrifflich immer nur annähern kann und das zugleich immer nur Grenzbegriff und Ziel bleiben, niemals etwas Erreichtes sein wird können. Eine weitere Möglichkeit differenzierter Annäherung mag in der Vorstellung absoluter Ungerechtigkeiten liegen, auf die man sich vielleicht einigen kann (etwa in Bezug auf sexistische oder rassistische Ideen und darauf basierende Normen oder Verhaltensweisen) und die als „summum malum“ jedenfalls vermieden werden sollten. Was allerdings, wenn auch auf dieser Basis Konflikte entstehen?

Literatur

Butler, Judith: Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen (Frankfurt am Main 2011).

Degener, Ursula (Hg.): Die Neuverhandlung sozialer Gerechtigkeit. Feministische Analysen und Perspektiven (Wiesbaden 2006).

Derrida, Jacques: Gesetzeskraft. Der „mythische Grund der Autorität“. Aus dem Französischen v. Alexander García Düttmann (Frankfurt am Main 1992).

Donhauser, Gerhard: Wer hat Recht? Eine Einführung in die Rechtsphilosophie (Wien 2016).

Dworkin, Ronald: Gerechtigkeit für Igel. Aus dem Amerikan. von Robin Celikates u. Eva Engels (Frankfurt am Main: Suhrkamp 2012).

Dworkin, Ronald: Was ist Gleichheit?. Aus dem Amerikan. von Christoph Schmidt-Petri (Frankfurt am Main: Suhrkamp 2010).

Holzleithner, Elisabeth: Gerechtigkeit (Wien 2009).

Mill, John Stuart: Utilitarianism/Der Utilitarismus. Englisch/Deutsch. Übers. u. hg. v. Dietmar Birnbacher (Stuttgart 2014).

Rawls, John: Eine Theorie der Gerechtigkeit. Übers. v. Hermann Vetter (Frankfurt am Main: Suhrkamp 1975).

Rüthers, Bernd: Das Ungerechte an der Gerechtigkeit. Fehldeutungen eines Begriffs (3., überarb. u. erg. Aufl. Tübingen 2009).

Sandel, Michael: Gerechtigkeit. Wie wir das Richtige tun. Aus dem Amerikanischen v. Helmut Reuter (Berlin 2013).

Singer, Peter: Animal liberation. Die Befreiung der Tiere. Dt. v. Claudia Schorcht (Reinbek 1996).

Singer, Peter: Praktische Ethik. Aus dem Englischen v. Oscar Bischoff (3., rev. u. erw. Aufl. Stuttgart 2013).

Prüfungsinformationen

Prüfungsmethode/n

Referate, Mitarbeit, Abschlussarbeit (ca. 5 - 15 Seiten)

Prüfungsinhalt/e

Themen der Lehrveranstaltung

Beurteilungskriterien/-maßstäbe

Prüfungsimmanente LV, großer Wert wird auf Mitarbeit  (die allerdings nur positiv bewertet wird, also kein "Minuspunkte" bei Nichtvorhandensein) sowie eigenständige Reflexion der jeweils behandelten Themen gelegt (diese sollte jedenfalls im Referat und / oder der schriftlichen Abschlussarbeit zum Ausdruck kommen).

Beurteilungsschema

Note/Grade Benotungsschema

Position im Curriculum

  • Besonderer Studienbereich Besonderer Studienbereich Friedensstudien (SKZ: 900, Version: 05S)
    • Fach: Erweiterungsbereich (Freifach)
      • Weitere anrechnungsfähige LVs aus anderen Studienplänen ( 0.0h / 0.0 ECTS)
        • 210.015 Gerechtigkeit (2.0h PS / 4.0 ECTS)
  • Bachelorstudium Philosophie (SKZ: 541, Version: 16W.1)
    • Fach: Praktische Philosophie (Wahlfach)
      • Praktische Philosophie ( 0.0h VO, PS, SE / 36.0 ECTS)
        • 210.015 Gerechtigkeit (2.0h PS / 4.0 ECTS)
          Absolvierung im 1., 2., 3., 4., 5., 6. Semester empfohlen
  • Bachelorstudium Philosophie (SKZ: 541, Version: 10W.2)
    • Fach: Praktische Philosophie (Wahlfach)
      • Praktische Philosophie ( 0.0h XX / 36.0 ECTS)
        • 210.015 Gerechtigkeit (2.0h PS / 4.0 ECTS)
  • Bachelorstudium Wirtschaft und Recht (SKZ: 519, Version: 12W.3)
    • Fach: Freie Wahlfächer (Freifach)
      • Freie Wahlfächer ( 0.0h XX / 12.0 ECTS)
        • 210.015 Gerechtigkeit (2.0h PS / 4.0 ECTS)
  • Masterstudium Philosophie (SKZ: 941, Version: 10W.1)
    • Fach: Praktische Philosophie und ihre Geschichte (Wahlfach)
      • Praktische Philosophie und ihre Geschichte ( 0.0h XX / 24.0 ECTS)
        • 210.015 Gerechtigkeit (2.0h PS / 4.0 ECTS)
  • Masterstudium Wirtschaft und Recht (SKZ: 909, Version: 12W.4)
    • Fach: Freie Wahlfächer (Freifach)
      • Freie Wahlfächer ( 0.0h XX / 6.0 ECTS)
        • 210.015 Gerechtigkeit (2.0h PS / 4.0 ECTS)
  • Erweiterungscurriculum Philosophie (Version: 16W.1)
    • Fach: Philosophie (Pflichtfach)
      • LV aus dem Fach Praktische Philosophie ( 0.0h VO,UE,PS / 4.0 ECTS)
        • 210.015 Gerechtigkeit (2.0h PS / 4.0 ECTS)
  • Erweiterungscurriculum Philosophie (Version: 16W.1)
    • Fach: Philosophie (Pflichtfach)
      • LV aus Geschichte/Theoretische/Praktische Philosophie ( 0.0h PS / 4.0 ECTS)
        • 210.015 Gerechtigkeit (2.0h PS / 4.0 ECTS)
  • Erweiterungscurriculum Ethik (Version: 16W.1)
    • Fach: Theoretische Ethik (Pflichtfach)
      • Theoretische Ethik ( 0.0h VO / 4.0 ECTS)
        • 210.015 Gerechtigkeit (2.0h PS / 4.0 ECTS)

Gleichwertige Lehrveranstaltungen im Sinne der Prüfungsantrittszählung

Diese Lehrveranstaltung ist keiner Kette zugeordnet