180.504 (20S) Körperinszenierungen im Reality-TV

Sommersemester 2020

Anmeldefrist abgelaufen.

Erster Termin der LV
21.03.2020 10:00 - 16:00 , V.1.27
... keine weiteren Termine bekannt

Überblick

Lehrende/r
LV-Titel englisch
Body productions on reality TV
LV-Art
Seminar (prüfungsimmanente LV )
Semesterstunde/n
2.0
ECTS-Anrechnungspunkte
6.0
Anmeldungen
17 (30 max.)
Organisationseinheit
Unterrichtssprache
Deutsch
LV-Beginn
21.03.2020
eLearning
zum Moodle-Kurs

Zeit und Ort

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LV-Beschreibung

Intendierte Lernergebnisse

Die Teilnehmer_innen sollen einen kritischen und differenzierten Blick auf das Genre „Reality-TV“ und seine gesellschaftliche Bedeutung für das Thema Schönheit und Körper entwickeln. Theoretische Auseinandersetzung mit dem feministischen Konzept Intersektionalität, vor allem mit den Strukturkategorien Geschlecht und Körper. Durchführung von qualitativen Methoden wie Film- und Fernsehanalyse nach Mikos, Expert_innen- und Leitfaden-Interviews mit RezipientInnen.

Lehrmethodik inkl. Einsatz von eLearning-Tools

Theorie-Inputs zu Intersektionalität, Körper, Reality-TV. Gemeinsames Lesen von Texten. Gruppenarbeiten, TV-Ausschnitte mit anschließenden Diskussions- und Reflexionsphasen.

Inhalt/e

Schöne Körper werden als unerlässliches Mittel im kapitalistischen Wettbewerb gesehen. Nur durch harte Arbeit am Selbst, durch Schönheitsmanipulationen, strenge Fitness- und Diätprogramme etc. kann eine Annäherung an gegenwärtige Körper- und Schönheitsideale erreicht werden. Längst gehören Makeover-Programme zum festen Repertoire des Realitätsfernsehens, mit dem für sie typischen Vorher-/Nachher-Modus geht eine Popularisierung operativer Schönheitspraktiken einher, die auf alle Gesellschaftsschichten abzielt. Zudem wird durch das televisuelle Setting die Herstellung und Inszenierung von Schönheit am Körper der Kandidatinnen nachvollziehbar gemacht. Diese  Fernsehsendungen bieten Frauen einen neuen ambivalenten „Aufmerksamkeitsraum“, in dem sie einerseits angeleitet werden, die richtigen Entscheidungen im Kontext von Unabhängigkeit und Selbstbestimmung über ihr Aussehen zu treffen. Andererseits arbeiten diese Formate mit der Stereotypisierung und Bloßstellung von Frauen in der medialen Öffentlichkeit und ihrem klassenspezifischen Habitus, dem es am guten Geschmack fehlt.

Literatur

Bourdieu, Pierre (1987): Die feinen Unterschiede. Frankfurt am Main. Suhrkamp Verlag. 1. Auflage.

Klaus, Elisabeth/Röser, Jutta (2008): „Unterschichtenfernsehen“: Beobachtungen zum Zusammenhang von Medienklassifikationen und sozialer Ungleichheit. In: Wischermann, Ulla/Thomas, Tanja (Hrsg.): Medien- Diversität- Ungleichheit. Zur medialen Konstruktion sozialer Differenz. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.  

McRobbie, Angela (2010): Top Girls. Feminismus und der Aufstieg des neoliberalen Geschlechterregimes. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.

Mikos, Lothar (2003): Film- und Fernsehanalyse. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft.

Penny, Laurie (2012): Fleisch Markt. Weibliche Körper im Kapitalismus. Hamburg: Nautilus Flugschrift. 

Stehling, Miriam. 2014. Diversity for Ratings? Lesarten der Inszenierung von Diversität in der Rezeption von America`s Next Top Model und Germany`s Next Top Model. Medien Journal – Zeitschrift für Kommunikationskultur 3: 21-32.

Thomas, Tanja. 2008: Leben nach Wahl? Zur medialen Inszenierung von Lebensführung und Anerkennung. In Medien – Diversität – Ungleichheit. Zur medialen Konstruktion sozialer Differenz. Hrsg. Ulla Wischermann und Tanja Thomas, 225-243. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Villa, Paula-Irene (Hg.) (2008): Schön normal. Manipulationen am Körper als Technologien des Selbst. Bielefeld: transcript Verlag.

 Winker, Gabriele/Degele, Nina (2009): Intersektionalität. Zur Analyse sozialer Ungleichheiten. Bielefeld: transcript Verlag.

Prüfungsinformationen

Prüfungsmethode/n

Anwesenheit und aktive Beteiligung. Formate-Recherche. Lesen von drei themenbezogenen Texten, die in der Lehrveranstaltung diskutiert werden. Konzepterstellung, Präsentation und Diskussion der TV-Analysen bzw. durchgeführten Interviews. Schriftliche Abschlussarbeit im Umfang von 15-20 Seiten.

Beurteilungskriterien/-maßstäbe

Drei schriftliche Teilleistungen: Formate-Recherche (15 %), Konzepterstellung (theoretischer Hintergrund, Forschungsfragen und Erkenntnisinteresse – 15 %), Abschlussarbeit (55 %). Die Präsentation der Abschlussarbeit fließt zu 15 % in die Beurteilung ein.

Beurteilungsschema

Note/Grade Benotungsschema

Position im Curriculum

  • Masterstudium Medien, Kommunikation und Kultur (SKZ: 841, Version: 09W.1)
    • Fach: Theorien der Medien- und Kommunikationswissenschaften (Pflichtfach)
      • Seminar ( 2.0h SE / 6.0 ECTS)
        • 180.504 Körperinszenierungen im Reality-TV (2.0h SE / 6.0 ECTS)

Gleichwertige Lehrveranstaltungen im Sinne der Prüfungsantrittszählung

Diese Lehrveranstaltung ist keiner Kette zugeordnet