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Titel: Der Pass als Instrument von Einbürgerung und Einpassung. Die Nationalisierung von Zugehörigkeit am Beispiel Italien und Österreichs
Beschreibung:

Der Beitrag befasst sich mit der Staatsbürgerschaft als Instrument der Anerkennung und Aberkennung von Zugehörigkeit am Beispiel Österreichs und Italiens vor dem Hintergrund einer neuen Re-Nationalisierung durch rechtspopulistische Politikstrategien. Die beiden EU-Staaten, die sich als historische "Erbfeinde" (C. Gatterer) bekriegten und sich mit dem vor der UNO ausgetragenen Streit um Südtirol bis in die Gegenwart ein Konfliktgebiet teilen, sind gegenwärtig mit einer Problematisierung von Staatsbürgerschaft befasst, die neben Italien/Südtirol auch andere Nationen – insbesondere die Türkei und die Balkanländer als Herkunftsländer von Migration nach Österreich – involviert. Im Zentrum des Beitrags steht die Doppelbödigkeit einer Re-Nationalisierung von Zugehörigkeit, die sich an zwei quasi gleichzeitigen Fragestellungen kristallisiert: Einerseits die im Regierungsprogramm der österreichischen Regierung festgehaltene Absicht, den Südtiroler/innen zusätzlich zur italienischen Staatsbürgerschaft einen österreichischen Pass anzubieten, um damit die historische Zugehörigkeit Südtirols zu Österreich trotz der Annexion durch Italien 1918/19 dieses Teils des ehemaligen Kronlandes Tirol zu unterstreichen; andererseits die strikte Ablehnung von Doppelstaatsbürgerschaften gegenüber Menschen, die in den vergangenen Jahrzehnten aus dem Balkan bzw. aus der Türkei nach Österreich gewandert sind, inklusive der Fahndung nach möglichen Übertretungen bei Androhung der Aberkennung der Staatsbürgerschaft im Falle einer zweiten nationalen Zugehörigkeit. Während sich die rechtspopulistischen Regierungen in Österreich und Italien in einer restriktiven, inhumanen Haltung gegenüber Migration und Fluchtbewegungen einig sind („Österreich zuerst“/“Prima gli italiani“), entzweien sie sich an der Frage der Zugehörigkeit einer autochthonen Minderheit, da Italien ein Veto gegen die Doppelstaatsbürgerschaft für Südtirol erhoben hat (zugleich aber diese den italienischen Minderheiten am Balkan zubilligt). An der Frage, wer nun aber und aus welchen Gründen in Südtirol eigentlich den "Doppelpass" bekommen sollte, zeigt sich die nationalistische Matrix hinter der Staatsbürgerschaft: in Frage kämen nur deutsch- und ladinische Südtiroler/innen, während jenen aus mehrsprachigen Familien, einstigen Zugewanderten aus italienischen Regionen und Migrantinnen/Migranten jüngerer Zeit diese verwehrt bleiben würde.

Schlagworte: Migration, Mapping the Nation, Nationalisierung, Zugehörigkeiten
Typ: Angemeldeter Vortrag
Homepage: http://web.fhnw.ch/plattformen/migrationskonf
Veranstaltung: 19. Internationale Migrationskonferenz "Mapping the Nation" (Dudelange/Luxembourg)
Datum: 28.06.2019

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