Stammdaten

Titel: Tagung "Literaturrezeption in Lesegruppen. Social Reading face-to-face und online"
Beschreibung:

Lesen ist nicht nur ein individueller, sondern auch ein kommunikativer Akt der Aneignung. Der Begriff Social Reading hat sich in Analogie zu Social Media etabliert und bezieht sich meist auf die Kommunikation von Leser_innen (User) über Bücher in den bzw. mit Hilfe der neuen Medien. Doch nimmt man ihn in seiner wörtlichen Übersetzung als soziales Lesen, dann tritt damit der kommunikative Austausch über Leseerfahrungen und Lektüren insgesamt in den Blick. Dieser breiten Auslegung von Social Reading widmet sich die Tagung „Literaturrezeption in Lesegemeinschaften.“ Über Bücher zu sprechen war noch nie so einfach wie heute. Leser_innen finden über neue Medien eine Vielzahl an Möglichkeiten, sich mit Gleichgesinnten über Literatur auszutauschen. Aber das Bedürfnis, sich über literarische Texte auszutauschen, ist kein neues Phänomen, es reicht zurück bis in die literarischen Salons des 18. Jahrhunderts. Und es ist ein weltweit zu beobachtender und zunehmend populärer Trend, der sich an der Vielzahl an privat oder institutionell organisierten Lesekreisen und einschlägigen online Diskussionsforen zeigt. Im deutschen Sprachraum ist diese Entwicklung bis dato kaum erforscht. Wenn selbst organisierte private Lesekreise und Internetforen Gespräche über ihre Lektüren (meist fiktionale Texte) organisieren, werden selbstreferenzielle, soziale und diskursive Dimensionen des Lesens sichtbar. Lesekreise wählen ihre Lesestoffe selbst, die Mitglieder tauschen Leseerlebnisse aus, recherchieren Informationen zu Text und Autor, gleichen ihr jeweiliges Verständnis des Textes ab und suchen nach einer intersubjektiv tragfähigen Interpretation von Text und Kontext. Beobachtbar wird ein Aushandeln der Bedeutung von (literarischer) Lektüre und der damit verbundenen Formen, Strategien und Prozesse von Gruppenbildung, kollektiver bzw. im Kollektiv abgestimmter Wissensbeschaffung und – organisation, Orientierung und Sinngebung, Argumentation, Entscheidungsfindung und Bewertung. Dieses gemeinschaftliche Aushandeln von Bedeutungen ist aus der Sicht der Literatur- und Kommunikationswissenschaften, der Buch- und Buchmarkt-, Rezeptions- und Sozialforschung interessant, können doch auf diese Weise Aufschlüsse über Rezeptionsprozesse und das Rezeptionsverhalten von Laienleser_innen gewonnen werden, die ansonsten im Verborgenen bleiben. Ausgehend von einem breiten Rezeptionsbegriff werden Prozesse der Auswahl und Aneignung von literarischen Texten ebenso in den Blick genommen wie soziale und kommunikative Strategien in der Wertung von Literatur.






Schlagworte: Lesegruppen, Literaturkritik, Rezeptionsforschung, LeserInnenforschung, Buchwissenschaft, Angewandte Literaturwissenschaft
Kurztitel: Literaturrezeption in Lesegruppen
Ort: Klagenfurt
Staat: Österreich
Zeitraum: 01.03.2017 - 03.03.2017
Kontakt-Email: -
Homepage: https://lesegruppen.aau.at

VeranstalterInnen

Kategorisierung

Förderungstyp §27
Veranstaltungstyp
  • Tagung/Konferenz
Sachgebiete
  • 602006 - Angewandte Literaturwissenschaft
Forschungscluster
  • Bildungsforschung
TeilnehmerInnenkreis
  • Überwiegend international
Veranstaltungsfokus
  • Science to Science (Qualitätsindikator: I)
Klassifikationsraster der zugeordneten Organisationseinheiten:
Arbeitsgruppen Keine Arbeitsgruppe ausgewählt

Kooperationen

Keine Kooperationspartner ausgewählt

Vorträge der Veranstaltung

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seit 02.03.2017

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Sprungbrett TEXT? Diskussionsmuster in Lesegruppen
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„Der ist jetzt in aller Munde.“ Strategien und Prozesse der Lektürewahl in Lesegruppen
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