Stammdaten

FWF: Umweltgeschichte der Wiener Gewässerlandschaft 1683-1918 (URBWATER)
Beschreibung:

Das interdisziplinäre Projekt URBWATER untersucht die grundlegenden Veränderungen der Wiener Gewässerlandschaft zwischen 1683-1918 und den Einfluss der dynamischen aquatischen Umwelt auf die städtische Entwicklung. Während die Donau und die angrenzenden Uferbereiche seit 1529 im Vorläuferprojekt ENVIEDAN rekonstruiert wurden, ist die Umweltgeschichte der Zubringer weitgehend unbekannt.

Wir gehen von drei Hypothesen aus: (1) Unterschiedliche natürliche Bedingungen der städtischen Gewässerlandschaft führten zu distinkten räumlichen Ausprägungen der Wassernutzung. (2) Das System von Donauzubringern, das bislang von der Forschung vernachlässigt wurde, spielte eine entscheidende Rolle bei der Stadtentwicklung. (3) Die Stadtentwicklung wurde tiefgreifend durch aktuelle und frühere Arrangements der Wassernutzung beeinflusst, die menschlichen Interventionen gegenüber widerständig waren. Wir nehmen zudem an, dass fundamentale Wandlungsprozesse in vielen Schritten geschahen und sich nicht linear entwickelten.

Um unsere Hypothesen zu testen, werden wir untersuchen, wie der Wandel der Wiener Gewässerlandschaft, insbesondere im urbanen und periurbanen Gebiet westlich der Donau, sich auf städtische Wassernutzung auswirkte. URBWATER verfolgt Modifikationen von Ressourcenbedarf und Extraktionstechnologie, die in verschiedene Nutzungen der Gewässerlandschaft mündeten und sie beeinflussten, während die Stadt sich vom 17. zum frühen 20. Jahrhundert von einem vormodernen, befestigten Sitz des kaiserlichen Hofes in die industrialisierte Hauptstadt eines geschrumpften Territoriums verwandelte und die Wiener Bevölkerung von weniger als 200.000 auf etwa 2 Mio. Einwohner stieg.

Um unsere Hypothesen zu testen, werden wir die Entwicklung natürlicher und sozialer Phänomene über einen langen Zeitraum analysieren und dabei die vielen Feedbackschleifen, unintendierten Langzeitfolgen und die Lasten früherer Nutzungen zu berücksichtigen. Die Studie beginnt mit der osmanischen Belagerung 1683 und verfolgt die Entwicklung über die Phase der Stadtentwicklung mit der höchsten Dynamik zwischen 1850 und 1918.

Zu verstehen, warum und wie ein Netz aus vielfältig verwendeten Wasserläufen in ein überwiegend unterirdisches, kanalisiertes und eingewölbtes System verwandelt wurde, ist entscheidend für das Verständnis der stadträumlichen Entwicklung und des grundlegend veränderten Zusammenspiels von städtischen Akteuren mit einem dynamischen, natürlichen System.

Ein einzigartiger regressiv-iterativer Ansatz zur Rekonstruktion historischer Landschaften mit Hilfe geographischer Informationssysteme (GIS) wurde in ENVIEDAN entwickelt und wird nun angewendet und weiter verfeinert.

URBWATER ist in 5 Arbeitspaketen (WPs) organisiert. Alle Arbeitspakete basieren auf dem Konzept der sozio-naturalen Schauplätze als Verbindung von Praktiken und Arrangements und auf dem Interaktionsmodell, das im Vorläufer-Projekt ENVIEDAN entwickelt wurde. Interdisziplinäre Zusammenarbeit wird durch drei Mittel sichergestellt; über die gemeinsame Quellenbasis, ein gemeinsames Konzept und einen eigens entwickelten Kommunikationsprozess.

URBWATER wird eine Zeitreihe von GIS-basierten Karten der städtischen Gewässerlandschaft liefern. Diese integrierten Karten basieren auf der detaillierten Rekonstruktion der hydromorphologischen Entwicklung und auf einer räumlich explizite Rekonstruktion der gebauten Umwelt. Die Ergebnisse werden in hochrangigen Zeitschriften und einem synthetischen Buch veröffentlicht.

Schlagworte: Umweltgeschichte, Donau, Wien, interdisziplinäre Studien
FWF: Vienna´s Urban Waterscape 1683-1918. An Environmental History (URBWATER)
Beschreibung:

The interdisciplinary project URBWATER investigates fundamental changes of Vienna's waterscape from 1683-1918 and analyzes the influence of the dynamic aquatic environment for Vienna's urban development. While the Danube and the adjacent riparian area have been reconstructed back to 1529 in the precursor project ENVIEDAN, the environmental history of its tributary system remains largely unknown.

We have developed three hypotheses. (1) Different natural conditions of the urban waterscape resulted in distinct spatial adaptations of water uses. (2) The system of tributaries, hitherto almost totally neglected by historians of Vienna, played a pivotal role for city development. (3) Urban development was fundamentally influenced by both contemporary and older arrangements of water use which were often resistant to human intervention. We also assume that fundamental changes progressed in multiple steps and likely happened in a non-linear way.

To test our hypotheses, we will study how changes in Vienna's waterscape, particularly in the urban and peri-urban area west of the Danube, affected urban water use. We shall investigate modifications of resource demand and extraction technology which translated into different uses of the waterscape and affected it during the city's transformation from a 17th century pre-modern fortified seat of the imperial court to the early 20th century industrialized capital of a by then much smaller territory. Simultaneously, Vienna's population increased from less than 200.000 to about 2 Mio. inhabitants. To prove our assumptions, we shall study the long-term evolution of natural and social phenomena and the multiple feedback loops, unintended long-term consequences and legacies of prior uses. The study period starts with the Ottoman siege in 1683 and follows developments throughout the most dynamic phase of urban growth between 1850 and 1918.

Understanding why and how a network of watercourses used in multiple ways was transformed into a predominantly subterranean set of channelled and vaulted flows is crucial to an understanding of urban spatial development and of the fundamentally changed interaction of urban actors with a dynamic, natural system.

A unique, regressive-iterative approach to reconstructing historical landscapes using geographical information systems (GIS) has been developed in ENVIEDAN and will be applied and further refined.

URBWATER is organized into 5 work-packages (WP). All work-packages are based on the concept of socio-natural sites as nexus between practices and arrangements and the conceptual interaction model developed in ENVIEDAN. Interdisciplinary co-operation is ensured by three means, via joint use of sources, shared concepts and a designed communication process.

URBWATER will yield a time series of GIS-based maps of the urban waterscape. They are based on the detailed reconstruction of hydromorphological evolution and on a spatially explicit reconstruction of the built environment. Results will be published in high-ranking journals and a synthetic book.

Schlagworte: Vienna, interdisciplinary environmental studies, Danube, environmental history
Kurztitel: Urbwater
Zeitraum: 01.10.2013 - 31.01.2016
Kontakt-Email: -
Homepage: -

MitarbeiterInnen

MitarbeiterInnen Funktion Zeitraum
Gert Dressel (intern)
  • wiss. Mitarbeiter/in
  • 01.10.2013 - 31.01.2016
Verena Winiwarter (intern)
  • Projektleiter/in
  • 01.10.2013 - 31.01.2016
Sylvia Gierlinger (intern)
  • wiss. Mitarbeiter/in
  • 01.10.2013 - 31.01.2016
Gudrun Pollack (intern)
  • wiss. Mitarbeiter/in
  • 01.10.2013 - 31.01.2016
Christina Spitzbart-Glasl (intern)
  • wiss. Mitarbeiter/in
  • 01.10.2013 - 31.01.2016

Kategorisierung

Projekttyp Forschungsförderung (auf Antrag oder Ausschreibung)
Förderungstyp §26
Forschungstyp
  • Grundlagenforschung
  • Angewandte Forschung
Sachgebiete
  • 106026 - Ökosystemforschung
  • 105905 - Umweltschutz
  • 107004 - Humanökologie
  • 105904 - Umweltforschung
  • 601007 - Geschichtliche Landeskunde
Forschungscluster
  • Nachhaltigkeit
Genderrelevanz 0%
Projektfokus
  • Science to Science (Qualitätsindikator: n.a.)
Klassifikationsraster der zugeordneten Organisationseinheiten:
Arbeitsgruppen Keine Arbeitsgruppe ausgewählt

Kooperationen

Organisation Adresse
Technische Universität Wien, Institut für Städtebau, Landschaftsarchitektur und Entwerfen
Karlsplatz 13
1040  Wien
Österreich
Karlsplatz 13
AT - 1040  Wien
Universität für Bodenkultur, Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement
Max Emanuel-Straße 17
1180  Wien
Österreich
Max Emanuel-Straße 17
AT - 1180  Wien