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(I) Interdisciplinarity: Convergences, Divergences and Challenges in the Division of Social Sciences
Beschreibung:

In der Soziologie finden wir heute in steigendem Maße die Formulierung einer „social embeddedness“ von sozialem Verhalten und Institutionen. Diese erscheint gelegentlich als „economic sociology’s most celebrated metaphor“ (Guillén/Collins/England u.a. 2002). Wirtschaftliches Handeln wird damit als Gegenstandsbereich soziologischen Denkens konzeptualisiert. Diese Entwicklung ist zeitgleich mit Tendenzen in der Ökonomik, wo sich unter der Etikette einer „Heterodox Economics“ ebenfalls eine stärkere Betonung von Institutionen und sozialen Zeit-Raum-Faktoren vollzieht. Tendenziell bewegt sich die Ökonomik damit (in Teilen) wieder auf ein Konzept zu, das Elemente der Historik, Soziologie, Psychologie und Religionswissenschaften zunehmend ernster nimmt. Wenn insgesamt das akademisch-konzeptionelle Bewusstsein eines „Culture Matters“ gestiegen ist, so müssen davon zwangsläufig Lehr- und Forschungsinhalte sozialwissenschaftlicher Kulturwissenschaften profitieren: Wirtschaftssysteme sollen weniger in abstracto, sondern stärker in concreto mit ihren Spezifika verschiedener Institutionen betrachtet werden. Das tangiert unmittelbar das Verhältnis zu den zeit- und raumrelevanten Disziplinen wie der Geographie und der Historik, aber auch zur Anthropologie und verhaltens- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen. Umgekehrt muss berücksichtigt werden, dass aus der Ökonomik selber zeitgleich zahlreiche Neuentwicklungen entstehen, unter anderem in den Gebieten von evolutorischen Ansätzen oder Verbindungslinien zur Biologie oder Medizin („Neuroeconomics“, „Neurosociology“), so dass die Soziologie und ihre Nachbarwissenschaften auch hier selber gefordert sind, diese Entwicklungen zu perzipieren und eigene Kompetenzen einzubringen. Die beteiligen Wissenschaften sind ständig in Veränderung und gehen untereinander neue Arbeitsteilungen und neue Verbindungen ein. Vieles deutet darauf hin, dass in diesem akademischen Szenario der Terminus der Sozialökonomik aus dem späten 19. Jahrhundert wieder mit ernsthaftem und positivem Leben neu gefüllt werden kann. Das Forschungsziel ist zweigeteilt: Erstens kann die der Forschung zugrunde liegende Reflektion als eine wissenschaftstheoretische Reflektion der Entwicklung und Arbeitsteilung des Wissenschaftssystems, vornehmlich der Geisteswissenschaften gesehen werden, und zweitens ist die Fragestellung insbesondere an historisch neuen Chancen und Problemen für die institutionelle Soziologie interessiert sowie deren Konvergenzen und neuen Figurationen innerhalb dynamischer Gesellschaften und deren Wissenschaftssystemen.

Schlagworte: Interdisciplinarity, Convergence, Divergence, Social Science
Kurztitel: n.a.
Zeitraum: 01.01.2011 - 30.09.2022
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MitarbeiterInnen

MitarbeiterInnen Funktion Zeitraum
Dieter Bögenhold (intern)
  • Kontaktperson
  • Projektleiter/in
  • 01.01.2011 - 30.09.2022
  • 01.01.2011 - 30.09.2022

Kategorisierung

Projekttyp laufender Arbeitsschwerpunkt
Förderungstyp Sonstiger
Forschungstyp
  • Grundlagenforschung
Sachgebiete
  • 54 - Soziologie *
Forschungscluster Kein Forschungscluster ausgewählt
Genderrelevanz 100%
Projektfokus
  • Science to Science (Qualitätsindikator: n.a.)
Klassifikationsraster der zugeordneten Organisationseinheiten:
Arbeitsgruppen Keine Arbeitsgruppe ausgewählt

Finanzierung

Keine Förderprogramme vorhanden

Kooperationen

Keine Kooperationspartner ausgewählt