Stammdaten

(IV) History of Economic Theory
Beschreibung: Wie kaum ein anderer Autor hatte Schumpeter (1965) sich in seinem posthum veröffentlichten Spätwerk „History of Economic Analysis“ methodologisch und wissenschaftstheoretisch mit der Systematik der wirtschaftsrelevanten akademischen Wissenschaften auseinandersetzte. Für Schumpeter ist die Methode der ökonomischen Analyse durch ein Netz von Forschungsfeldern charakterisiert, von denen er vor allem vier Disziplinen hervorhebt: Wirtschaftsgeschichte, Wirtschaftsstatistik, ökonomische Theorie und Wirtschaftssoziologie. Zwar solle deren Selbständigkeit gewahrt bleiben, aber sie sollten sich dennoch ergänzen. Die Wirtschaftsgeschichte hat für Schumpeter aus drei Gründen einen besonderen Stellenwert: (1) So vollziehe sich jedes ökonomische Ereignis in einer historischen Zeit und erfordere vom versierten Ökonomen ein solides historisches Wissen. (2) Geschichte überschreite Fächergrenzen und ermögliche einen Einblick, wie die verschiedenen Sozialwissenschaften ineinander greifen sollten, und (3) Die meisten Fehlentwicklungen und Irrtümer in der wissenschaftlichen Ökonomik resultierten aus dem Mangel an historischem Wissen. Es ist aber weniger die Wirtschafts- und Sozialgeschichte an sich, die hier von großem Interesse ist, sondern er die Geschichte der wissenschaftlichen Positionen und deren entsprechender Revisionen. Entsprechende Spurendeutungen zeigen, dass sich prinzipiell mindestens bis zum ersten Methodenstreit zwischen Gustav Schmoller und Carl Menger zurückgehen lässt, deren Debatte noch heute aktuell ist und vor unserem Hintergrund an Aktualität zu gewinnen scheint. Mit der Diskussion methodologischer Grundlagen von induktiven versus deduktiven Verfahren der Gewinnung wissenschaftlicher Aussagen ist grundsätzlich auch bereits das stets im Hintergrund stehende wechselseitige Verhältnis der Fächer Soziologie, Ökonomik und Historik adressiert. Emile Durkheim schrieb in einem Vorwort zu der ersten Ausgabe der von ihm herausgegebenen Année Sociologique (1898), dass es sinnvoll und fruchtbar sei, an die Soziologie einige andere Wissenschaften näher heranzubringen, die bislang separat geblieben waren. Und Durkheim hatte dabei vor allem die Geschichtswissenschaft im Auge. Es sei das vorbestimmte Schicksal beider Disziplinen, irgendwann miteinander zu verschmelzen. Ein besseres Verständnis der Geschichte der akademischen Fächer und deren wechselseitiges Verhältnis gibt uns erst das Instrument, um die Pfadabhängigkeit der wissenschaftlichen Fächer und die heutige Position und die Probleme der Einzelwissenschaften konzeptualisieren zu können. Zusammenfassend fasst dieser Komplex an Forschungen Arbeiten zusammen, die in deutschsprachiger Terminologie als Dogmengeschichte bezeichnet werden.
Schlagworte: History of economic thought
Kurztitel: n.a.
Zeitraum: 01.01.2011 - 31.12.2022
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MitarbeiterInnen

MitarbeiterInnen Funktion Zeitraum
Dieter Bögenhold (intern)
  • Projektleiter/in
  • 01.01.2011 - 31.12.2022

Kategorisierung

Projekttyp laufender Arbeitsschwerpunkt
Förderungstyp Sonstiger
Forschungstyp
  • Grundlagenforschung
Sachgebiete
  • 5040 - Soziologie
Forschungscluster Kein Forschungscluster ausgewählt
Genderrelevanz 100%
Projektfokus
  • Science to Science (Qualitätsindikator: n.a.)
Klassifikationsraster der zugeordneten Organisationseinheiten:
Arbeitsgruppen Keine Arbeitsgruppe ausgewählt

Finanzierung

Keine Förderprogramme vorhanden

Kooperationen

Keine Kooperationspartner ausgewählt